DAS GILLIOT & ROELANTS FLIESENMUSEUM
Am 22. April 1988 kaufte die Gemeinde Hemiksem die Abtei Sankt Bernardus von der Flämischen Gemeinschaft. Am 7. Mai 1988
wurde das ‚Roelants Museum‘ eröffnet, gewidmet an der Arbeit von Joseph Roelants, der von 1919 bis in die 1950er Jahre als
Designer für die Manufactures Céramiques d'Hémixem, Gilliot & Cie arbeitete.Im Jahr 2009 erhielt das Museum den Namen ‚Gilliot
& Roelants Tegelmuseum‘, weil auch Arbeiten von anderen Designern wie Ignace Verwilghen, Karel Hadermann, Sonja Leemans
und anderen zu sehen sind.Durch den Erwerb der Pozzo-Sammlung ist das Museum heute eines der wichtigsten Fliesenmuseen
der Welt.
DIE POZZO SAMMLUNG
Im Jahr 1968 studierte Roberto Pozzo als Italiener Soziologie in Leuven. Er lebte und arbeitete 33 Jahre in Belgien.Die Sammlung
begann in den 1970er Jahren mit dem Kauf einiger Fliesen auf Flohmärkten. Am Ende wurde es eine sehr vielseitige Sammlung von
mehr als 9.000 Fliesen.Um den Erhalt dessen zu gewährleisten, schenkte Roberto Pozzo seine beeindruckende Sammlung am 10.
Oktober 2016 der König-Baudouin-Stiftung, wovon sie selbst die Verwaltung am Gilliot & Roelants Tegelmuseum in Hemiksem gab.
MANUFACTURES CÉRAMIQUES D’HEMIXEM – GILLIOT & CIE
Georges Gilliot legte im Jahr 1897 den Grundstein für die Boden- und Wandfliesenfabrik S.A. Manufactures Céramiques
d’Hémixem, Gilliot Frères, später Gilliot & Cie. Das Unternehmen erfuhr eine enorme Expansion. In den Top-Jahren des
Unternehmens waren 1585 Mitarbeiter beschäftigt und es wurden sogar 400.000 Fliesen pro Tag produziert. Jahrzehntelang war die
Fabrik die größte Fliesenfabrik auf dem europäischen Festland.Die Globalisierung der Fliesenindustrie führte im Jahr 1957, durch
die Fusion mit der S.A. La Dyle – N.V. De Dijle, ein ehemaliger Konkurrent aus Wijgmaal bei Leuven, zu einer Vergrößerung. Der
Firmensitz blieb in Hemiksem.In den 1960er Jahren wurde die AG Koninklijke Sphinx aus den Niederlanden Mehrheitsaktionär. Sie
produzierten dann unter dem Namen Sphinx Hemiksem.Am 19. April 1977 wurde beschlossen, die Produktion in Hemiksem
einzustellen. Die letzten Fliesen wurden im Jahr 1978 gebrannt und die Firma wurde im Jahr 1985 aufgelöst. Die endgültige
Liquidation erfolgte im Jahr 1993.